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Köpfe heiß geredet über das Internet of Things

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Neulich habe ich darüber geschrieben, dass ein Bekannter von mir, Oliver Rack, einen meiner Auffassung nach bemerkenswerten Artikel über die gesellschaftlichen Herausforderungen des “Internet of Things” verfasst hat. Heute Abend haben wir uns getroffen – und uns die Köpfe darüber heiß geredet.

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Oliver hat inzwischen zusammengetragen, in welchen Bereichen unseres Alltags IoT bereits Einzug erhalten hat – das reicht von medizinischen Hilfen wie automatischen Notrufen, wenn körperliche Funktionen eingeschränkt sind bis zum hinreichend bekannten vernetzten Haus. Nehmen wir die twitternde Waschmaschine –  sie beschreibt ganz gut, worum es geht. Aus der Fülle an Beispielen leitet er ab, dass künftig vernetzte Stadtviertel einen hohen Wohnkomfort leisten könnten. Das ist wohl so, aber: Wo Vernetzung ist, da gibt es auch das Abzapfen von Daten. Es ist klar, wie die Diskussion geführt wird. Interessant finde ich aber nach wie vor sein Idee, dass man den Menschen überhaupt erst einmal klarmachen muss, welche Optionen es gibt, bevor sie urteilen. Dass es eine differenziertere Diskussion geben muss als die übliche Vernetzung/Sicherheitsleck-Diskussion. Eine Möglichkeit wäre, dass sich eine “Digitalkultur” herausbildet, die um die Pros und Cons eines Lebens mit der Digitalität weiß und sie in den gesellschaftlichen Umgang einbindet. Das wäre eine Chance, diffuse Vorbehalte zu zerstreuen und zu einer Diskussion um echte Argumente zu kommen.

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Wir haben das Thema weitergesponnen und sind – natürlich – zu Big Data, Open Data und letztlich auch zur Erschaffung von Daten aus der Crowd gekommen. Das Ermitteln von Daten aus der Mitte der Gesellschaft mittels Apps und Sensoren könnte in der Tat ein Anker sein, um eine Digitalkultur zu etablieren. Wenn Menschen selbst Daten sammeln – in unserem Beispiel ging es um Schlaglöcher auf den Straßen der Stadt – und sie via App an eine gemeinsame Database senden und sich im besten Fall daraus eine fühlbare Verbesserung des Zustands ergibt – sprich: Die Schlaglöcher werden beseitigt – dann erkennen sie einen positiven Nutzen aus ihrem Tun. Das könnte eine Motivation sein, sich in weitere Bereiche des selbst nutzbaren Internet einzuarbeiten und Wissen bzw. Daten zur Verfügung zu stellen. Am Ende könnten unterschiedlich Interaktionstypen unter den Bürgern klassifiziert werden, bis hin zu einer aus der Bürgerschaft getriebenen Wissenschaft.

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Weiter ging es in unserem Gespräch über die Nutzung und Verfügbarkeit der Daten: Schon heute sollten Daten der öffentlichen Hand frei verfügbar sein. Das sind sie offenbar häufig, aber oft genug nicht so aufbereitet, dass eigene Analysen möglich wären. Der Statistikatlas der Stadt Mannheim ist ein Beispiel dafür: Er bietet viele interaktive Möglichkeiten, ist aber letztlich ein in sich geschlossenes System. Er bietet keine Funktion (zumindest habe ich keine gefunden), Datensätze herunterzuladen und selbst zu analysieren und weiter zu verarbeiten.

Mir kam die Idee, dass man darüber mal einen Beitrag machen sollte – Fernsehen kommt nun mal an breitere Schichten als ein Blogpost, so wichtig sie auch sind. Ich bin mir aber noch nicht sicher, wie dieser Beitrag gestrickt sein sollte. Der Fokus auf der Entwicklung der urbanen Gesellschaft gefällt mir gut, ist aber reichlich abstrakt.