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„Kein Trostpreis“: LFK-Medienpreise 2026 für RNF

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Was für ein Abend! Ein Abend, den ich immer mit Worten wie Emotionalität, Wertschätzung und Dankbarkeit verbinden werde.

Ein Abend, der ganz klar vor Augen führte, wofür wir – das Team von RNF Rhein-Neckar Fernsehen – für so viele Jahre standen und stehen wollten:

“Der Beitrag zeigt eindrucksvoll, wie verantwortungsvoller Lokaljournalismus in einer besonderen Lage funktioniert. Vielschichtig, sensibel und ohne Sensationslust ordnet die Berichterstattung die Ereignisse ein, gibt Betroffenen eine Stimme und schafft Orientierung für die Menschen in der Region.”

Das ist der Original-Text, den die Jury des Landesmedienpreises 2026 für die Urkunden gewählt hatte, die uns an diesem Abend zusammen mit dem LFK-Medienpreis 2026 in der Kategorie “Lokale/Regionale TV-Berichterstattung” überreicht wurden.

Obwohl RNF seit Mitte Dezember 2025 nicht mehr sendet, war es nominiert worden, und zwar für die Berichterstattung über die Amokfahrt durch die Mannheimer Planken vom 3. März 2025, ganz exakt für die Sendung RNF Life vom Tag danach. An diesem Tag hatten wir aufgrund der aktuellen Ereignisse alle Planungen über den Haufen geworfen und entschieden, monothematisch über die unfassbare Tat vom Vortag zu berichten, einzuordnen, Orientierung zu geben. Es entstand eine Sendung mit Filmbeiträgen, Moderationen, einer Live-Schalte zum zentralen Trauergottesdienst, einem Studiogespräch, einem Kommentar. Die Produktion umfasste nahezu alles, was das fernsehjournalistische Repertoire an Mikroformaten vorhält. Und nur so ergab sich für die Zuschauerinnen und Zuschauer die Chance zu verstehen, was sich da eigentlich ereignet hatte.

Das hat die Jury gewürdigt und damit bestätigt, dass diese Arbeit wichtig, aber auch alles andere als selbstverständlich ist. Denn eine solche Sendung funktioniert nur – ich wiederhole mich -, wenn jeder und jede im Team an einem solchen Tag weiß, wo er oder sie hinzupacken hat. In Breaking-News-Situationen arbeitet man ohne Netz und doppelten Boden. Es gilt, Vertrauen zueinander zu haben und Verantwortung zu tragen – jeder an seinem Platz. Dann zeigt sich auch, wie gut die Rädchen geölt sind, die ad hoc ineinander greifen müssen.

Und nur, wenn man weiß, dass es am Ende gut werden wird, wenn man die Leistungsfähigkeit des eigenen Teams kennt, kann man überhaupt in einen solchen Produktionstag starten – in dem sehenden Auges die Beiträge erst Sekunden vor der Live-Sendung fertig werden, der Zeitplan für die Live-Schalte sich jederzeit verschieben kann, die Recherchen, die dringend notwendig sind, jederzeit in eine Sackgasse führen können. Solche Situationen zu meistern – darin waren wir immer gut. Das hat RNF ausgemacht. Und es tut auch gut, das zum Ende noch einmal verbrieft bestätigt bekommen zu haben – mit diesem LFK-Medienpreis 2026. Eine der Jurorinnen sagte noch im persönlichen Gespräch bei der Aftershow-Party:

“Ihr könnt euch sicher sein: das war kein Trostpreis. Das ist eine ehrliche Anerkennung.”

Und es war auch nicht der einzige Preis, den RNF in diesem Jahr einheimsen durfte: Auch der Publikumspreis ging an RNF. Max Peter und Sebastian Jäger bekamen ihn für den “Crashkurs Monnemerisch” – auch dafür ganz herzlichen Glückwunsch! 

Noch einmal DANKE an alle, die jemals bei und für RNF gearbeitet und die Idee eines konstruktiven, korrekten, maßvollen, aber dennoch immer top-aktuellen Journalismus für die Menschen in unserer Region getragen haben.

Zur Preisverleihung in Stuttgart hat sich das Team, das zuletzt für RNF stand, zwar nicht ganz, aber fast komplett noch einmal getroffen. Es war lustig, es war traurig, es war emotional. Es war wichtig.

Die Welt der Medien verändert sich, muss sich verändern. Die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Journalismus bleibt.