Open Data: Transparenzgesetz in Rheinland-Pfalz beschlossen

Der Landtag in Mainz hat gestern ein Transparenzgesetz beschlossen. Damit ist der Weg für #OpenData in Rheinland-Pfalz grundsätzlich bereitet. Hat sich dieses Gesetz mal jemand angeschaut, der es ad hoc einordnen und vergleichen kann?

Martin Haller, zuständiger Abgeordneter der SPD-Landtagsfraktion, wird in der Pressemitteilung so zitiert: „Mit dem Gesetz setzt die rot-grüne Koalition ein Versprechen um, das Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach ihrer Amtseinführung im Jahr 2013 gemacht hat. Das Gesetz ist jener große Wurf, der angekündigt war. Auch bei dem Verfahren zur Erarbeitung des Gesetzes ist Rheinland-Pfalz neue Wege gegangen. Es wurde eine so umfassende öffentliche Beteiligung durchgeführt, wie es sie in Rheinland-Pfalz bisher noch nie gab.“ Es würden künftig Informationen in einem nie da gewesenen Umfang veröffentlicht, heißt es weiter. Und: Es gebe einen Kulturwandel in der Verwaltung, die von nun an Informationen proaktiv zur Verfügung stellen müsse.

Qingdao: Enge Kontakte in dieser Woche – Besuche in Mannheim und in China

gruppenfoto_qingdao

In dieser Woche gab es wieder einen sehr Austausch mit der chinesischen Stadt Qingdao: Am Dienstag empfingen wir bei RNF die Leitung des Nachrichtenkanals von Qingdao-TV, unserem Partnersender in China. Wir sprachen unter anderem darüber, uns künftig noch mehr über schlanke und effiziente Workflows bei der Produktion regionaler TV-Nachrichten auszutauschen. Und das am besten nicht nur theoretisch, sondern durch den Austausch von Personal, was im Bereich beispielsweise der Kameraleute trotz der Sprachbarriere sogar vorstellbar erscheint.

studio_qingdao

Am diesem Wochenende ist nun umgekehrt eine Mannheimer Delegation unter der Führung von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zu Gast in Qingdao. Anlass war die Eröffnung einer „Mannheim Ausstellung“ im gerade erst fertig gestellten „German Center“ des Sino-German Eco Parks und die Eröffnung eines Mannheimer Repräsentanzbüros. Ein Mannheimer Büro in Qingao, ein Qingdaoer Büro in Mannheim – so sollen künftig Investoren und Unternehmen einfache Anknüpfungspunkte und Beratung finden können, wenn sie Projekte im jeweils anderen Land planen. Mehr dazu jetzt und im Lauf der kommenden Woche, wenn die Beiträge aus Qingdao fertig werden, unter diesem Link.

Zeitgemäßer Klingelton: Die 007-Tröte

Es ist wieder Bond-Zeit. James-Bond-Zeit. Und das Nebenbeigeplätscher der alten Filme zur Einstimmung hat mir wieder einen Wurm ins Ohr gesetzt – den der typisch Bond’schen Alarm-Tröte.

Ich habe keine Ahnung, ob das ein bewusster Running Gag in den älteren Streifen ist oder ob darüber an anderer Stelle im Netz schon philosophiert wurde: Es gibt diesen einen typischen Alarm, wenn in irgendwelchen futuristischen Satelliten-Steuerungsbasen („Diamonds are forever“) oder einsturzgefährdeten Höhlen („A view to a kill“) Gefahr droht. Heiser, drohend, durchdringend. Gerne auch unterlegt mit einer sonoren Countdown-Stimme, die selbst dann keine Panik ausstrahlt, wenn gerade der halbe Erdball in die Luft zu fliegen droht. Ihr kennt das.

Jedenfalls.

Diese Tröte wollte ich immer mal als Klingelton haben, hab sie aber nirgendwo gefunden und deswegen nun selbst gebaut. Ihr könnt das File iPhone-kompatibel im .m4r-Format hier downloaden. Dann auf dem Rechner in die Kategorie „Töne“ in iTunes ziehen, iPhone anschließen, die Töne synchronisieren, fertig.

Auf Soundcloud könnt Ihr Euch den Schnipsel vorab anhören:

Fishbowl-Diskussion zu Smart Cities und dem Internet of Things

Am Montag, 19. Oktober 15, lädt die TU Kaiserslautern zu einer Diskussion zu Smart Cities, Sensoren, Algorithmen – Chancen, Risiken, den Einfluss auf Kultur und Gesellschaft. Warum ich das ankündige? Ich darf die Expertenrunde moderieren – und ich nehme für den „offenen“ Teil im Goldfischglase gerne noch jede Menge Input entgegen… Hier der Text von „Wissenschaft im Dialog“ (Link):

Heizung ruft Klempner – Wie smart wollen wir werden?

Fishbowl-Diskussion zur Zukunftsstadt Kaiserslautern

Von fahrerlosen Autos bis zu sprechenden Mülleimern – der Fantasie für das Leben in der Smart City, der intelligenten Stadt der Zukunft, sind keine Grenzen gesetzt. Aber sind die Konzepte einer „Smart City“ so nachhaltig und bürgerfreundlich wie sie scheinen? Wo liegen die Chancen, wo die Grenzen dieser Entwicklung? Wie abhängig wollen wir in der Stadt der Zukunft von der Technik sein?

Diskutieren Sie mit unseren Experten

  • Dr. Svenja Kriebel, Kuratorin des Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern
  • Sebastian Wille, Gründer von Asandoo und Experte für das Internet der Dinge
  • Prof. Dr. Paul Lukowicz, Wissenschaftlicher Direktor des Bereichs „Eingebettete Intelligenz“ am DFKI Kaiserslautern
  • Prof. Dr. Katharina A. Zweig, Koordinatorin des Studiengangs Sozioinformatik an der TU Kaiserslautern

Die Teilnahme ist kostenfrei!
Termin: 19. Oktober 2015, 19:00 – 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: Business + Innovation Center, Trippstadter Straße 110, 67663 Kaiserslautern (Route via Google Maps)

Heizung_ruft_Klempner_–_Wie_smart_wollen_wir_werden____WID

Regionale Sportergebnisse via App: „Sportfan Metropolregion Rhein-Neckar“

Vor etwas mehr als zwei Wochen kam eine App heraus, für die sich mancher Sportfan rund um Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen interessieren dürfte: Sportfan Metropolregion Rhein-Neckar (mit Links zu GooglePlay und iOS App-Store). 

Ihr Fokus ist so klar wie einfach: Sie macht nichts anderes als Sportergebnisse anzuzeigen – das aber sehr gründlich. Sie verwaltet die Ergebnisse aller Mannschaften aus der Metropolregion Rhein-Neckar, die in ihrer Sportart auf Bundesliga-Niveau spielen. Da sind Fußball, Eishockey, Handball, aber auch beispielsweise Floorball, Rasenkraftsport, Vollkegeln und Ultimate Frisbee sind dabei. Alles ins allem geht es um 100 Teams in mehr als 50 Ligen und über 30 Sportarten.

Und da bietet die App einen echten Mehrwert: Sie zeigt Ergebnisse auf einen Blick an, die man sich sonst sehr mühsam zusammensuchen müsste. Und sie betreibt echte Pionier-Arbeit: In manchen Sportarten ist der Netzausbau nicht so weit gediehen, als dass man Ergebnisse einfach und automatisiert in einer Datenbank abrufen könnte.

Hier hat Sportfan das Ziel, Reporter auszusenden, die diese Ergebnisse bei den Vereinen recherchieren, erfassen und so einer größeren Gemeinschaft zugänglich machen. Dass tatsächlich offenbar noch einiges an Handarbeit in der App steckt, zeigt sich an der Zeitspanne, bis die Ergebnisse auf dem Display einlaufen: Einige Stunden nach Spielende kann es zurzeit schon noch dauern, ehe die Resultate sichtbar werden.

Als Reporter fungieren Jugendliche, die auf diese Weise auch lernen sollen Verantwortung zu übernehmen. Sie erhalten das Sportfan-Outfit und ziehen los, knüpfen Kontakte und pflegen die Ergebnisse der ihnen übertragenen Vereine in der App. Die Vereine revanchieren sich damit, dass sie den Reportern freien Eintritt gewähren. Am besten soll aus Spenden am Ende ein kleines Honorar für die geleistete Arbeit herausspringen – und wenn es nur dazu dient, die Auslagen zu ersetzen.

Diese Idee ist als soziales Projekt aufgebaut, das u.a. von „Anpfiff ins Leben“ unterstützt wird. Weitere Informationen bietet die oben verlinkte Webseite. Nicola Walter, Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende des ehrenamtlich organisierten Vereins in einer Pressemitteilung: „Hinter SPORTFAN MRN steht neben dem Ergebnisdienst vor allem ein sozialer Gedanke. Unser Ziel ist es, sportbegeisterte Jugendliche zu gewinnen und ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, indem sie sich aktiv als SPORTFAN-Reporter in die App einbringen.“

(Bild: Screenshot der App „Sportfan Metropolregion Rhein-Neckar“)

 

IMG_7835

Wenn Günther Oettinger von der #HeuteShow verars… wird, schaut der Sohn hin

„Mein Sohn, 17, schaut ‪#‎ZDF‬ im Gegensatz zu mir nicht mehr. […] Maximal noch Champions League oder ‪Heute-Show‬, wenn der Alte verarscht wird, ist ihm wichtig.“

EU-Kommissar Günther Oettinger über die digitale Revolution beim Festakt zu „10 Jahre Metropolregion Rhein-Neckar“. Außerdem: „Selbstfahrende Autos funktionieren nicht in Funklöchern.“

Die gesamte Rede gibt’s als Video hier – die o.a. Stelle bei 05:11 min. :-)

EU-Kommissar_Oettinger_mit_beeindruckender_Rede_beim_Festakt_zum_Jubiläum_der_Metropolregion___Rhein_Neckar_Fernsehen

Flüchtlinge in der Metropolregion Rhein-Neckar – Momentaufnahmen.

Mit einigermaßen geweiteten Augen betrachte ich die Diskussion um Flüchtlinge in Deutschland. Wie unverhohlen sich in Teilen der Republik Fremdenhass eine Schneise in die Mitte der Gesellschaft schlägt, erfüllt mich mit Grauen.

Als in unserer Region bereits im Mai ein geplantes Asylbewerberheim brannte, befürchtete ich Schlimmes sozusagen in unserer direkten Nachbarschaft. Wir hatten zwar Versammlungen der NPD in Weinheim, eine Rechten-Demo in Ludwigshafen, aber immer auch eine schnelle Gegenbewegung, die – auf einer breiten gesellschaftlichen Basis ruhend – Fremde willkommen heißt. Diese Haltung fand beispielsweise ihren Ausdruck (bei aller in Details zu übenden Kritik) in der Kundgebung „Mannheim sagt JA!„.

In den vergangenen Tagen mehren sich die Anzeichen, dass wir auf diese Grundhaltung in unserer Region zählen können. Es sind Momentaufnahmen, die aber – so hoffe ich – Mosaiksteinchen eines größeren Bildes sind. In Heidelberg, Ludwigshafen, Mannheim und der gesamten Region setzen sich Menschen in vielerlei Initiativen für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten der Welt ein. Und das trotz der Probleme durch eine – gelinde gesagt – unkluge Zuweisung von Asylbewerbern in die Bedarfsorientieren Erstaufnahmestellen in Mannheim und Heidelberg. Seht mir bitte nach, wenn ich an dieser Stelle nicht alle Welcome-Initiativen verlinke, vielleicht ergibt gelegentlich die Möglichkeit einer detaillierten Aufstellung.

Worauf ich hinaus will: Die Freundlichkeit gegenüber Fremden gehört gewissermaßen zur DNA meiner Heimat. Für Mannheim war sie in seinen Tagen existenziell. Zu den Gründen gab vor kurzem eine brillante Folge von Terra X im ZDF. Sie ist in der Mediathek verfügbar und absolut sehenswert.

Und nun macht es mich unter diesen Prämissen ein bisschen stolz, dass sich diese Region wieder weitgehend als ruhig, besonnen und geduldig im Umgang mit Zuwanderern zeigt und zugleich Fremdenhass klar die Stirn bietet. Als Indizien möchte ich auf zwei Geschichten verweisen, die wir in dieser Woche in RNF Life gesendet haben.

Zum einen geht es um die Einrichtung einer Bedarfsorientierten Erstaufnahme in Sinsheim. Innerhalb kürzester Zeit musste die Stadt Kapazitäten für knapp 1.000 Flüchtlinge schaffen. Wir hatten die Gelegenheit, in der Halle zu drehen, nachdem die Menschen dort eingezogen waren. Ein Provisorium, klar, aber auch ein Ort, an sich zeigt, dass Bürger versuchen, Mitmenschen schnell und unbürokratisch zu helfen.

Zum anderen beschäftigte uns eine Geschichte im pfälzischen Limburgerhof. Ein Facebook-Nutzer hatte kommentiert, man solle doch den Flüchtlingen dort in den Kopf schießen. Polizei und Staatsanwaltschaft reagierten schnelle und effzient. Binnen kurzem präsentierten sie einen Ermittlungserfolg und stellten in unserem tagesaktuellen Beitrag zugleich klar, dass es bei dem Verdacht von Tatbeständen wie dem Aufruf zu Straftaten und Volksverhetzung kein Pardon gibt.

Auf der Webseite RNF.de pflegt die Redaktion eine Seite mit unseren Nachrichten und Filmberichten rund um Flüchtlinge in der Region. Im Lauf der Zeit ergibt sich so ein Dossier, das zeigt, wie Flüchtlinge in der Region buchstäblich „ankommen“. Es sind nicht nur „schöne“ Nachrichten darunter; das wäre eine Verzerrung der Realität. Auch ist es nur natürlich, dass Fernsehen immer nur ausschnittsweise und punktuell über Ereignisse berichten kann. Die schreibenden Kollegen haben es deutlich einfacher, abstrakte Entwicklungen zu verfolgen und einzuordnen. Daher: Wenn sich auf dieser Seite ein Aspekt nicht findet, dann liegt es in aller Regel vor allem an der fehlenden Ressource Zeit. Wir haben am Abend netto nur 24 Minuten, das Tages-Geschehen in der Region abzubilden. Aber da spielen – und das lässt sich an der Seite gut ablesen – die Belange der Flüchtlinge regelmäßig eine prominente Rolle.

Ich kann die Nachrichtenlage nicht beeinflussen, und wir werden die Dinge darstellen, wie sie sich ergeben und entsprechend kommentieren. Doch ganz persönlich hoffe ich, dass wir weiter im regionalen Kontext vor allem über die positiven Aspekte in diesen irren Zeiten berichten können.