ralphkuehnl | blog

Regionales - Fernsehen - Regionales Fernsehen (seit 1994)

2 Anmerkungen &

Die Meldung mit dem Popel und dem Kabelbinder

Ich habe heute Nachrichtendienst. Bei RNF. Mails lesen, Ticker beobachten. Meldungen, die zu unserem Programm passen, rausfiltern und aufbereiten. Das ist zunächst mal ein eher trockenes Geschäft - aber ab und zu stößt man dann doch auf eine Perle. Heute war das eine Meldung aus dem Saarland, das Ding mit dem Popel und dem Kabelbinder. Die lief auch bei dpa über den Regionalticker und klingt dort schon, hm…, ziemlich unglaublich. Viel hübscher finde ich aber eigentlich die Originalmeldung der Polizei, die ich deshalb aus gegebenem Anlass ausnahmsweise komplett zitieren möchte.

Nachstehenden Bericht übersende ich zur Kenntnis und weiteren Verwendung.

Popel in der Nase blockiert Atmung und Notruf

“Ich habe mir beim Nasenbohren einen Popel zu weit in Nase gedrückt. Jetzt bekomme ich kaum noch Luft.” Mit diesen Worten wandte sich ein 27-jähriger Mann aus der Gemeinde Nohfelden am vergangenen Freitag mehrmals über die Notrufnummer 110 an die saarländische Rettungsleitstelle (RLS) und bat um die Entsendung eines Krankenwagens. Obwohl die RLS dies wiederholt ablehnte, blockierte der vermeintlich Notleidende jedoch weiterhin mit seinem Anliegen die zur Entgegennahme echter Notfälle eingerichte Telefonanlage. Über die Führungs- und Lagezentrale der Polizei (FLZ) wurde schließlich die Türkismühler Polizei mit diesem Blockade-Fall betraut. Die beiden Polizisten trafen den Anrufer, der sich zwischenzeitlich unter Zuhilfenahme eines Kabelbinders wieder mehr Luft durch die Nase verschafft hatte, in seiner Wohnung an. Hier erklärte dieser, dass er bereits mittags beim Hausarzt gewesen sei, der ihm das Aufsuchen eines HNO-Arztes empfohlen habe. In Ermangelung eines Fahrers, von Sprit im Tank seines Rollers und von Guthaben auf seinem Handy sowie der Unlust mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, habe er schließlich die RLS um Entsendung eines entsprechenden Transportmittels ersucht, was diese aber für ihn unverständlicherweise kategorisch abgelehnt habe. Der junge Mann wurde von den Ordnungshütern nun nochmals unmissverständlich hinsichtlich seines strafbaren Verhaltens belehrt, mit dem er das Absetzen echter Notrufe in unverantwortbarer Weise gefährde, und das deshalb auch beanzeigt werde. Nach kräftigem Durchatmen versprach der damit Konfrontierte, weitere Notrufe zu unterlassen und am nächsten Tag einen HNO-Arzt aufzusuchen. Der benutzte Kabelbinder blieb bis auf kleinere Blutanhaftungen unbeschädigt.

MfG

XYZ (Name bekannt)
Erster Polizeihauptkommissar

0 Anmerkungen &

40 Millionen futsch, aber: Jetzt erst recht!

Heute früh in Berlin: Eine Delegation der Metropolregion Rhein-Neckar erwartet die Entscheidung der Jury im Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Elf Bewerbungen haben es in die dritte und letzte Runde geschafft, fünf Projekte werden ausgezeichnet. Die Metropolregion Rhein-Neckar tritt mit “StoREgio”, der Entwicklung von intelligenten, stationären Energiespeichern an. Was da zunächst so sperrig klingt, soll die Nutzung von Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne effizienter machen.




Albrecht Hornbach, Dr. Peter Eckerle, Wolfgang Siebenhaar und Robert Kautzmann erwarten die Entscheidung der Jury.

Im Prinzip geht es um nichts anderes, als große Akkus zu entwerfen, die den Strom von Windrädern und Solaranlagen speichern und dann zur Verfügung stellen, wenn er gebraucht wird. Diese Herausforderung ist bislang nämlich nicht gelöst. Ein Beispiel, sehr vereinfacht: Solaranlagen produzieren bei Sonnenschein viel Strom. Gebraucht wird er aber erst, wenn am Abend die Sonne untergeht und viele Haushalte das Licht anschalten. Durch den neuen Stromspeicher würde die Energie also zeitversetzt ausgeliefert - die Solarzelle hätte am Tag nicht umsonst produziert.

Diese Idee hat in der Metropolregion bereits viele Unterstützer gefunden: Rund 60 Unternehmen und wissenschaftliche Institutionen arbeiten seit gut anderthalb Jahren in einem so genannten Cluster gemeinsam an diesem Projekt. Sie versprechen sich viel von den Produkten, die später aus der gemeinsamen Entwicklung entstehen sollen. Der Ritterschlag für diese Ideen wäre nun die Auszeichnung als “Spitzencluster”, verbunden mit der Summe von 40 Millionen Euro an Fördermitteln, die die Forschung erheblich voranbringen würde. Daher auch die Spannung am Anschlag bei der Bekanntgabe in der Hauptstadt.




Spannung in der Pressekonferenz: Welche Region wird “Spitzencluster”?

Nach nur einer Viertelstunde aber die Ernüchterung: Diesmal ist die Metropolregion nicht dabei. Ein dritter Spitzencluster ist Rhein-Neckar nicht vergönnt. Ohnehin ist die MRN bis zu diesem Zeitpunkt die einzige Region in Deutschland, die sich mit zwei Spitzencluster-Auszeichnungen schmücken kann; vielleicht bekam die Innovationsschmiede an Rhein und Neckar aus Proporzgründen keinen dritten Titel - aber das ist nur Spekulation.

Das Team um Dr. Peter Eckerle will trotzdem weitermachen, auch ohne Fördergeld vom Bund. So gut werden die Marktchancen von den Cluster-Beteiligten eingeschätzt. Jetzt erst recht.

(Anm.: Ich war als Reporter für das TV-Magazin RNF Life bei der Bekanntgabe der Entscheidung dabei. RNF sendete am 19. Januar 2012 einen Beitrag zu dem Thema.)

3 Anmerkungen &

Gänsehautmoment.

Manchmal gibt es im RNF-Studio Momente, die möchte man auskosten. Heute zum Beispiel war so einer (Link zum RNF-Video). “Fatma2Soul” (Link zur Band-Page) mit Frontfrau Fatma Tazegül waren zu Gast, um Promo für ihr Konzert am 21. Januar im Capitol Mannheim zu machen.


Als Titel hatte Fatma “Crazy” von Gnarls Barkley dabei, allerdings ganz neu arrangiert, sehr ruhig, mit Streichern, getragen von Fatmas prägnanter Stimme. Im Video kommt die Stimmung nicht hundertprozentig rüber, aber das ist wohl ganz normal. Im Studio hatten wir einen tollen Live-Moment - wie es sicherlich einige beim Konzert im Capitol geben wird.

(Anm.: Ich bin dem Capitol als Gesellschafter verbunden, empfehle dieses Konzert aber aus tiefer Überzeugung.)

Abgelegt unter RNF Musik

0 Anmerkungen &

Neuer Gastronomiewettbewerb für die Vorderpfalz

Wenn’s ums Essen geht, macht die Region Vorderpfalz jetzt gemeinsame Sache.

Vier Oberbürgermeister und Landräte - nämlich Clemens Körner (Rhein-Pfalz-Kreis), Dr. Eva Lohse (Ludwigshafen), Hansjörg Eger (Speyer) und Theo Wieder (Frankenthal) - haben den Gastronomie-Wettbewerb “Genuss vor der Pfalz” aus der Taufe gehoben. In diesem Wettbewerb sollen, so heißt es in der Pressemitteilung, herausragende Leistungen der Gastlichkeit und die Qualität des gastronomischen Angebots belohnt werden.

Restaurants aus der Vorderpfalz können sich noch bis zum 15. Februar bei der Kreisverwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises gegen eine Teilnahmegebühr anmelden. Eine Jury bewertet dann die Betriebe. Die ausgezeichneten Restaurants erhalten am Ende eine Urkunde, eine Plakette und einen Platz in einem Gastronomie-Führer speziell für die Vorderpfalz sowie auf der Webseite des Wettbewerbs unter www.vor-der-pfalz.de.

Dort gibt es jetzt die Modalitäten zur Teilnahme und auch die weiteren Zielsetzungen des Wettbewerbs nachzulesen.

Abgelegt unter ausderredaktion metropolregion pfalz

11 Anmerkungen &

Abgehängt.

Im Bemühen um eine enge Anbindung der Region Rhein-Neckar an die Hauptstadt ist diese Meldung ein Rückschlag: Cirrus Airlines stellt mit sofortiger Wirkung den Linienverkehr nach Berlin ein (Pressemitteilung). Genaues weiß man noch nicht; bekannt ist aber, dass die Linie nach Berlin in den vergangenen Jahren bereits an Attraktivität verloren hatte.



Fliegt seit Weihnachten 2011 nicht mehr: Die DO-328 der Cirrus Airlines zwischen Mannheim und Berlin

Der größte Vorteil gegenüber der Bahn war die Zeitersparnis: In gerade einmal einer Stunde konnte man bis 30. Oktober 2008 von Mannheim nach Berlin-Tempelhof und damit mitten in die Stadt fliegen. Morgens hin, abends zurück - Geschäftsleute, Künstler und Politiker wussten diese (wenn auch nicht ganz günstige) Reisemöglichkeit zu schätzen. Sie nahm aus den Meetings in Berlin den Termindruck und ermöglichte so enge und intensive Kontakte in die Hauptstadt.

Mit der Schließung von Tempelhof musste Cirrus Airlines nach Tegel ausweichen. Der Flug wurde dadurch nicht länger, wohl aber die Anbindung in die Stadt. Seit einer Weile wurde bereits gemunkelt, dass mit der bevorstehenden Schließung Tegels und einem abermaligen Umzug, dann auf den Airport Schönefeld, die Linie nicht mehr zu halten sein würde. Zu hoch die Flughafengebühren, zu unattraktiv die Anbindung in die Berliner City, der Zeitvorteil nahezu aufgebraucht. Wie es jetzt heißt, sei mit der früher profitablen Linie zuletzt kein Geld mehr zu verdienen gewesen. Kein Markt mehr für Binnenflieger.

Welche Folgen die Entscheidung von Cirrus Airlines für den Mannheimer City-Airport hat, ist noch nicht abzusehen. Wirtschaftlich kommt er wohl durch, da das Privatfliegergeschäft - unter anderem mit kleinen Jets großer Unternehmen - ja erhalten bleibt. In jedem Fall verliert die Quadratestadt ein Standort-Argument. Mit dem Halbsatz: “In einer Stunde sind Sie in Berlin…” machte man hier gerne Werbung. Das ist nun vorbei. Denn es ist mehr als fraglich, ob sich ein anderer Anbieter findet, der den eigentlich zu kleinen Mannheimer City-Airport bedienen möchte. Die DO-328 mit ihren etwa 30 Sitzplätzen ist das Maximum des Erlaubten auf der Mannheimer Start- und Landebahn. Um konkurrenzfähige Flugpreise anbieten zu können, bräuchte es größeres Fluggerät - und damit einen größeren, zeitgemäßen Regionalflughafen. Doch davon ist Rhein-Neckar zurzeit weit entfernt.

Bleibt in naher Zukunft also nur noch die Bahn von Mannheim nach Berlin. Bei gut fünf Stunden Fahrtzeit einfach werden “Eintagestrips” damit zumindest beschwerlich, wenn nicht sogar für Geschäftsleute gänzlich unattraktiv. Da die Deutsche Bahn zudem gerade angekündigt hat, den Ausbau der Strecke Mannheim - Frankfurt als Schnellbahntrasse bis mindestens ins Jahr 2015 zu verschieben, darf sich die Rhein-Neckar-Region jetzt ganz zurecht abgehängt fühlen.

(editiert, 23.12.11, 12:00 Uhr)

Abgelegt unter meinung metropolregion mannheim

0 Anmerkungen &

News on Tumblr

So eine Seite hab’ ich vor Monaten mal gesucht, nicht gefunden, die Suche fallen lassen - jetzt kam sie mir irgendwie über den Weg: newsmediatumblrs.com fasst tumblrnde Nachrichtenverbreiter zusammen. Ich hab mich noch nicht wirklich damit befasst, ob wesentliche Player fehlen und was so alles getumblrt wird. Wird man sehen.

0 Anmerkungen &

Verifizierung

{EAV_BLOG_VER:49fc2265be765fa4}

Sorry, lieber Leser. Dieser Post ist vollständig off topic. Es geht dabei nur darum, dieses Blog bei Empire Avenue verifizieren zu lassen. Dazu muss der obige Code lesbar sein. Demnächst gibt es wieder werthaltigeren Content.

2 Anmerkungen &

Tagesschau durchsucht YouTube nach News-Inhalten

Richtig überraschend finde ich nicht, was der “journalist” über die neuen Social-Media-Aktivitäten bei der Tagesschau schreibt. Es war schon immer die Aufgabe einer Zentralredaktion, Quellen aufzutun und Bilder ranzuschaffen. Dass dies nun auch mehr oder weniger strukturiert auf Social Media ausgeweitet wurde, ist nur folgerichtig.

Eine Frage bleibt in dem Artikel aber weitgehend unbeantwortet: Wie sieht das eigentlich mit den Rechten an einem Video aus einem Sozialen Netzwerk aus?

Zwar heißt es:

“Es geht nicht nur darum, Material aufzuspüren. Es geht auch darum, denjenigen zu ermitteln, der diese Videos gemacht hat, um sie zu verifizieren und um Nutzungsrechte abzuklären.”

Aber was passiert, wenn hochbrisantes, nachweislich echtes Material auftaucht, die Nutzungsrechte aber im ersten Schritt nicht zweifelsfrei geklärt werden können?

Wer sich ein bisschen in der TV-Szene auskennt, weiß, dass gerade die Frage der Rechte eine der am heißesten diskutierten ist. Sie geht so weit, dass man am liebsten bereits in der Timeline des Schnittprogramms im Metadatensatz eines Videoschnipsels ablesen können möchte, wer die Rechte an diesem Material hält, welche Lizenzgebühren damit verbunden sind etcpp. Mir scheint, zurzeit werden Videos aus dem Bereich Social Media zunächst mit der Angabe der “Quelle: YouTube” betitelt - und dabei bleibt’s dann.

Aber: Wenn das so tatsächlich ginge, könnte ich ja jedwedes Video aus YouTube ziehen und dann kostenfrei versenden - auch jene, die andere Sender oder Produktionsfirmen ins Web geblasen haben. Oder, umgekehrter Fall: Ich müsste konsequenterweise die Finger von jedem Video lassen, dessen Urheber ich nicht zweifelsfrei identifizieren und um Erlaubnis fragen kann, selbst wenn dieser Urheber zum Beispiel in Syrien säße. Auch wenn die Echtheit des Videos nachgewiesen wäre (darum geht es ja in dem Artikel unter anderem): ohne Freigabe des Urhebers keine Sendung. Eine solche Linie würde dann aber wieder die vordergründige Schnelligkeit von User Generated Content konterkarieren: Bis die Rechte an dem Wackelvideo geklärt sind, ist seine Aktualität häufig dahin.

Gibt es zu diesem Komplex schon eine herrschende Meinung?

UPDATE

Mit einem Dank an @intertainment, der diesen Hinweis gegeben hat: Vielleicht hilft diese Bestimmung aus dem UrhG für die Zwecke der aktuellen Berichterstattung schon weiter:

§ 50 Berichterstattung über Tagesereignisse

Zur Berichterstattung über Tagesereignisse durch Funk oder durch ähnliche technische Mittel, in Zeitungen, Zeitschriften und in anderen Druckschriften oder sonstigen Datenträgern, die im Wesentlichen Tagesinteressen Rechnung tragen, sowie im Film, ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Werken, die im Verlauf dieser Ereignisse wahrnehmbar werden, in einem durch den Zweck gebotenen Umfang zulässig.

Ich würde das so interpretieren, dass es so etwas wie “Aktualität in Verzug” gibt und dann eine Nutzung von Material ohne vollständig geklärte Rechtesituation für “ad hoc”-Zwecke zumindest nicht ganz unmöglich ist.

Abgelegt unter video news ugc